Ausgabe 01 | 2022

AUSZUG AUS DEM INHALT:

PFLEGE UND RECHT
Demenzkranke Bewohner: Diese Schutzpflichten werden von Pflegeheimen erwartet
Demenzerkrankungen sind definiert durch den Abbau und Verlust kognitiver Funktionen und Alltagskompetenzen. Es kommt u. a. zu Beeinträchtigungen der zeitlich-örtlichen Orientierung, der Kommunikationsfähigkeit, der autobiografischen Identität und von Persönlichkeitsmerkmalen. Je nach Stadium der Demenz kann eine vollständige Hilflosigkeit und Abhängigkeit von der Umwelt bestehen. Für viele Zu- und Angehörige entsteht eine hohe emotionale Belastung durch die Veränderung der pflegebedürftigen Personen. Aufgrund dessen werden Demenzerkrankte oft in stationären Pflegeeinrichtungen untergebracht.

EINRICHTUNGSSPEZIFISCHE VERSORGUNG
Hygienedilemma Händehygiene (Teil 1)
Mitarbeiter im Gesundheitswesen stecken beim Thema Händehygiene in einem Dilemma. Sie befinden sich in einer Zwangslage mit der Vorstellung: „Davon habe ich schon eine Menge gehört!“, trotzdem verhalte ich mich nach dem Motto: „Ich höre, was ich hören will – und nicht, was Du sagst!“ Wissen wurde in den letzten Jahren reichlich vermittelt – doch Wissen allein verändert nur selten Verhalten.

PFLEGEPÄDAGOGISCHE HILFEN
Pflegeausbildung 4.0: Die Implementierung digitaler Lehr-/ Lernwerkzeuge als sinnvolle Ergänzung
Die zunehmende Digitalisierung von Produktionsprozessen macht auch vor der Berufsausbildung nicht halt. Nicht zuletzt wurde durch die Auswirkungen der weitreichenden Einschränkungen im Bildungsbereich zur Verminderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 deutlich, dass das Thema digitale Lehre im deutschen Diskurs über Bildung und Ausbildung eine hohe Brisanz erlangt hat. Veränderte Lehr-/ und Lernangebote und ein ausgeweiteter Einsatz digitaler Lehrmaterialien waren notwendig, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten und Auszubildenden die Teilhabe an Lehre außerhalb des Praxisbetriebes ermöglichen zu können. Im Kontext von Fragen nach geeigneten technischen wie personellen Voraussetzungen, Online-Tools oder digital abbildbaren Formaten, offenbarten sich zahlreiche Vor- und Nachteile sowie Bedingungen, welche für einen erfolgreichen Einsatz digitaler Elemente in der Ausbildung zu berücksichtigen sind. Der folgende Beitrag soll Anhaltspunkte liefern, wie eine sinnvolle Verzahnung von der Ausbildungspraxis und digitalen Elementen gelingen kann und einen Ausblick auf mögliche Tools und Applikationen geben.

ANLEITEN UND BEURTEILEN
CE 08: Menschen in kritischen Lebensphasen und in der letzten Lebensspanne begleiten
Die Curriculare Einheit (CE) 08: „Menschen in kritischen Lebensphasen und in der letzten Lebensspanne begleiten “verfügt über einen Gesamtstundenumfang von 250 Stunden. Davon entfallen jeweils 160 Stunden auf das 1./ 2. sowie 90 Stunden auf das 3. Ausbildungsdrittel. Diese Curriculare Einheit stellt hohe Anforderungen an die Auszubildenden, da sie Menschen mit existenziellen Herausforderungen und deren Bezugspersonen begegnen. Zu Beginn werden die Begleitung und Unterstützung von Pflegeempfängerinnen und -empfängern aller Altersgruppen, deren Bezugspersonen sowie Familien in kritischen Lebenssituationen, zum Beispiel mit onkologischen und chronisch lebenslimitierenden Erkrankungen, thematisiert. Die Auszubildenden setzen sich ebenso mit der Pflege sterbender Menschen auseinander.

KOMMUNIKATION UND GESPRÄCHSFÜHRUNG
Praxisanleitung – ein Projekt wie jedes andere
Praxisanleitung kostet Zeit. Zeit, die von Ihrer eigenen Arbeit abgeht. Zeit, die Sie in Ihre Weiterbildung investieren müssen. Und das bei sich immer weiter verschärfenden Rahmenbedingungen. Eine Möglichkeit, in der Praxisanleitung neue Maßstäbe zu setzen, ist es, sie als Projekt zu betrachten und auch als solches zu managen. Dieser Artikel definiert Begriffe, schärft Ihr Problembewusstsein, klärt Grundlegendes und macht Sie so fit für Projektmanagement. Übrigens: Auch wenn Sie schon viele Projekte hinter sich haben, erfahren Sie hier, was Sie optimieren können.

ARBEITSHILFEN

  • Epidemiologie-Protokoll
  • Checkliste Mitarbeitervisite


Mexiko

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin Vater von zwei Kindern, beide sind unter zwölf Jahren alt. Beide haben gestern ihre zweite Spritze gegen Corona bekommen, und zur Belohnung für so viel Tapferkeit ging es im Anschluss in ein amerikanisches Spezialitätenrestaurant. Das mit dem großen gelben M. Infektionsgefahr durch Omikron, Förderung von Arteriosklerose, dem Dogma einer abwechslungsreichen Ernährung eine lange Nase gedreht? Schon klar, aber versprochen ist versprochen.

Auf jeden Fall kann sich so manches Biorestaurant eine Burgerscheibe davon abschneiden, wie gewissenhaft dort mein Impf- und Personalausweis kontrolliert wurde. Der etwas zu übermütige Vater verkündete dann stolz, dass sie auch die Impfausweise der Kinder überprüfen könnte.

Kaum hatte ich das ausgesprochen, fing die Dame förmlich an zu beben. Schutzsuchend hechtete ich zur Seite. Ich machte mich darauf gefasst, dass mich nun eine Welle der Empörung überrollen würde, wie unverantwortlich es sei, Kindern diesen unzureichend getesteten Impfstoff zu verabreichen. Unter ihrer FFP2-Make presste die Dame dann hervor: „Find ich gut.“

Etwas irritiert wagte ich mich ein wenig aus meiner Deckung und fragte: „Wie bitte?“ Deutlich vernehmbarer fuhr sie fort, sie käme ja aus Mexiko. Ihre Landsleute würden alles dafür geben, um eine Impfung zu erhalten. Nach einer kurzen Pause fügte sie mit weit aufgerissenen Augen hinzu: „Die bekommen das hier für umsonst! Aber die Deutschen gehen auf die Straße und protestieren dagegen.“ Tja, was soll ich sagen, das hat gutgetan.

Trotzdem sind wir heute aufgrund von Omikron an einem Punkt angelangt, an dem sich die Hoffnung zerschlagen hat, dass die Impfung die ultimative Exitstrategie aus der Pandemie ist. Somit gewinnt das Thema Hygiene im Kampf gegen Corona wieder eine weitaus größere Bedeutung. Deshalb haben wir uns entschieden, Hygiene in den Mittelpunkt dieser Ausgabe zu stellen. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

Ihr Sebastian Albrecht
Redaktion „Die Praxisanleitung“

PS: Meine Kinder haben Impfung und Burger gut überstanden.