Ausgabe 04 | 2020

AUSZUG AUS DEM INHALT:

PFLEGE UND RECHT
Beendigung des Ausbildungsverhältnisses
Ausbildungsverhältnisse sind Beschäftigungsverhältnisse auf Zeit. Nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Pflegeberufegesetz (PflBG) dauert die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann unabhängig vom Zeitpunkt der staatlichen Abschlussprüfung in Vollzeitform drei Jahre, in Teilzeitform höchstens fünf Jahre.

EINRICHTUNGSSPEZIFISCHE VERSORGUNG
Schmerzmanagement bei Menschen mit demenzieller Erkrankung
Ein inadäquates Schmerzmanagement hat zum Teil schwere Folgen für die Gesundheit des Körpers und der Psyche und wirkt sich eventuell auf das soziale Leben, die gesamte Lebensqualität und nicht zuletzt auf die Kostenentwicklung sowie die Verweildauer im Krankenhaus aus. Nun gibt es aber gar Situationen im Schmerzmanagement, in denen ein entscheidender Faktor fehlt oder nicht richtig funktioniert. Das ist stets dann der Fall, wenn ein Mensch mit kognitiven Einschränkungen, z. B. einer Demenz, Schmerzen hat.

PFLEGEPÄDAGOGISCHE HILFEN
Ausscheidungen: Pflegerischer Umgang in unterschiedlichen Settings
Das Thema Ausscheidung kommt in allen pflegerischen Settings vor: in der Psychiatrie genauso wie in der stationären Altenpflegeeinrichtung, in der Somatik und der Geriatrie. Das Thema ist individuell und persönlich und bedarf bei jedem Kennenlernen der jeweiligen Person einer ausführlichen pflegerischen Anamnese, die neben den kulturell bedingten Gewohnheiten auch die individuellen Rituale und „Eigenarten“ der Person berücksichtigt. Deshalb ist ist es notwendig, den jeweiligen Unterstützungsbedarf zu erheben, zu dokumentieren und systematisch und regelmäßig auf seine Aktualität hin zu überprüfen.

ANLEITEN UND BEURTEILEN
CE 04: Gesundheit fördern und präventiv handeln
Die curriculare Einheit (CE) 04 kann in den Pflegeschulen flexibel im 3. Ausbildungsdrittel eingesetzt werden. Sie wird in die Themen „Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern und präventiv handeln“ sowie „Gesundheit alter Menschen fördern und präventiv handeln“ unterteilt und verfügt über jeweils 80 Stunden. In diesem Ausbildungsdrittel ist eine höhere Komplexität versus den ersten beiden Ausbildungsdritteln zu verzeichnen. Gesundheitsförderung und Prävention sind wichtige Säulen des Gesundheitswesens und keine Frage des Alters. Grundlegend wird den Auszubildenden vermittelt, dass Gesundheitsförderung und Prävention das gemeinsame Ziel haben, die Gesundheit der Menschen, egal welcher Altersstufe, zu erhalten bzw. zu verbessern.

KOMMUNIKATION UND GESPRÄCHSFÜHRUNG
Die Kunst, sich und andere zu motivieren
Motivation bringt Freude am Arbeitsplatz – und ist wichtig. Denn: Ist die Motivation zu niedrig, stört dies den Arbeitsfluss und führt nicht selten zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In der Pflege ist in der Ausbildung eine hohe Abbruchquote Realität: Jeder Vierte bricht die Ausbildung laut Statistischem Bundesamt ab. Dabei haben Pflegeschüler und -schülerinnen die besten Voraussetzungen: Die Eigenmotivation ist bei ihnen in der Regel sehr hoch. Sie sinkt jedoch nur allzu häufig rapide ab. Für Praxisanleiter und -anleiterinnen stellt sich die Frage: „Wie kann ich gegensteuern?“

ARBEITSHILFEN

  • Checkliste „Sanitäre Einrichtung“
  • Checkliste „Pflegedokumentation und fäkale Ausscheidung“


Einförmig

Während meiner Zeit in einem kleinen Krankenhaus in Nordrhein- Westfalen ist mir eine Szene bis heute in Erinnerung geblieben: Ich war auf der Intensivstation für die Frühmobilisation eines Patienten zuständig, der eine größere Bauch-OP hatte.

Oberarzt platzt herein, überfliegt die Akte, gibt ein paar Anweisungen und will von der zuständigen Krankenschwester die Konsistenz des Stuhlgangs wissen. Die Kollegin gibt sich alle Mühe, diesen zu beschreiben, doch der Oberarzt blafft sie nur an, dass eine Stuhlbeobachtung per Definition „geformt“ oder „ungeformt“ lauten muss.

Ich habe mich lange über diese einförmige Betrachtung geärgert – bis heute. Denn diese Ausgabe legt einen Schwerpunkt auf das Thema Ausscheidung und beweist, wie u. a. die differenzierte Stuhlbeobachtung wesentlich zum Patientenwohl beiträgt.

Ein Exemplar dieser Ausgabe ist übrigens auch auf dem Weg zu dem Oberarzt von damals. Ich hoffe er hat genau so viel Freude beim Lesen der PraxisAnleitung wie Sie.

Herzliche Grüße

Sebastian Albrecht
Redaktion „Die Praxisanleitung“