Ausgabe 02 | 2021

AUSZUG AUS DEM INHALT:

PFLEGE UND RECHT
Schwangere Auszubildende – Worauf müssen Sie achten?
Wird eine Auszubildende während der Ausbildung schwanger, kommen auf beide Seiten eine Reihe von Fragen zu: Kann die Ausbildung – und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen – fortgesetzt werden? Worauf müssen Ausbilder achten? An was muss die Auszubildende denken? Wie sieht es mit der Ausbildungsvergütung aus? Was ist mit Beschäftigungsverboten?

EINRICHTUNGSSPEZIFISCHE VERSORGUNG
Einsam, isoliert und ganz allein – der Mensch ist keine Insel
Isoliert kommt aus dem französischen und bedeutet vereinzelt, abgesondert, inselartig (DWDS). Der Mensch aber ist keine Insel, sondern ein soziales Wesen, das als Gemeinschaft Zivilisation und Fortschritt hervorbringt und sich auch nur zu zweit fortpflanzen kann. Familie, Freundschaft, Liebe, Geborgenheit, Trost, Gespräche usw. funktionieren nur in sozialen Beziehungen und dem Austausch mit anderen Menschen. Laut der Studie erhöht sich selbst unsere Überlebenswahrscheinlichkeit durch einen guten Freundes- und Bekanntenkreis. In einer Studie mit Daten von über 300.000 Menschen kam heraus, dass Einsamkeit für unsere Gesundheit genauso schädlich ist wie der Konsum von 15 Zigaretten am Tag oder Alkoholmissbrauch und doppelt so schädlich ist wie Fettsucht.

PFLEGEPÄDAGOGISCHE HILFEN
SAPV – Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung
Die viel besprochene und häufig im Zusammenhang mit Krankenpflege genannte Altersstruktur in Deutschland zeigt immer wieder dasselbe Muster: In unserer Gesellschaft nimmt die Zahl der älteren und hochbetagten Menschen zu. Damit einher geht auch eine steigende Tendenz Schwerstkranker und sterbender Kranker. Diese Patienten und auch ihre Angehörigen benötigen eine besondere Form der Pflege: Palliative Care oder Palliativpflege.

Die Praxisanleiterin als Pädagogin – kritisch-konstruktive Perspektiven
An Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter werden hohe Anforderungen gestellt, die zumeist um die zentrale Aufgabe der „Anleitung“ kreisen; diese Anforderungen werden – bedingt durch die Anforderungen des neuen Pflegeberufegesetzes – noch steigen, und zunehmend werden sie um pädagogische Aufgaben ergänzt. Die Praxisanleiterin als Pädagogin? Ich möchte hier die zusätzlichen stillschweigenden Ansprüche aufdecken durch Erörterung von zentralen Kategorien der Pädagogik: Erziehung, Sozialisation, Lehren/Lernen und Bildung. Die kritisch-konstruktiven Überlegungen um die Möglichkeiten und Grenzen der Praxisanleiter als Pädagogen münden ein in die Erörterung der zentralen Forderungen nach Kompetenzorientierung in der Pflegeausbildung.

ANLEITEN UND BEURTEILEN
CE 06: In Akutsituationen sicher handeln
Die curriculare Einheit (CE) 06: In Akutsituationen sicher handeln verfügt über einen Gesamtstundenumfang von 120 Stunden. Davon entfallen jeweils 60 Stunden auf das 1./2. sowie das 3. Ausbildungsdrittel. In dieser curricularen Einheit werden Akut- bzw. Hilfesituationen in den Fokus gestellt, denen sich beruflich Pflegende im Berufsalltag bzw. außerhalb des beruflichen Handlungsfeldes stellen müssen. In kurzer Zeit sind eine rasche und zuverlässige Situationseinschätzung sowie zügige Entscheidungen über unmittelbar einzuleitende Sofortmaßnahmen von den Pflegenden zu treffen.

KOMMUNIKATION UND GESPRÄCHSFÜHRUNG
Risikokommunikation in Zeiten von Corona
Das Jahr 2020 schloss mit Corona, das Jahr 2021 beginnt mit demselben Thema. Einziger Unterschied: Die Nerven liegen zunehmend blank. In Krankenhäusern und Altenheimen wächst die Zahl der Infizierten – auch unter dem Personal. Die Arbeitsbelastung steigt, die Sorgen auch. Und die Auszubildenden sind mitten drin: Jung, noch unerfahren und ängstlich brauchen sie jetzt mehr denn je die Hilfe ihrer Praxisanleiter.

Das Konzept der Resilienz als Stressbewältigungsstrategie
Pflegefachpersonen müssen sich in ihrem beruflichen Alltag oftmals – wenn nicht ständig – physischen und psychischen Herausforderungen stellen. Nicht zuletzt verdeutlichte die Corona-Pandemie erneut, dass pflegende Personen tagtäglich mit Belastungen konfrontiert werden und welch große Verantwortung der Pflegealltag mit sich bringt. Um Pflegeaus(zu)bildende für die Anforderungen im Berufsalltag zu stärken und emotionalen Belastungen sowie körperlichen Problemen entgegenzuwirken, greifen verschiedene Modelle Faktoren und Ressourcen zur methodischen Stärkung der individuellen Resilienz auf.

ARBEITSHILFEN

  • Checkliste: Deprivationsarten und ihre Ursachen
  • Checkliste: Risikoerhebung Deprivation
  • Checkliste: Symptome einer beginnenden Deprivation


Perspektivwechsel

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dieser Ausgabe halten sie bereits die sechste Ausgabe des Magazins „Die PraxisAnleitung“ in den Händen. Genauso lange wie es dieses Magazin gibt, begleitet uns nun auch schon Corona. Es wäre naheliegend gewesen, die Folgen der Pandemie auch in Ihrer PraxisAnleitung zu thematisieren, doch unsere Redaktion hatte sich – mit wenigen Ausnahmen – bewusst dagegen entschieden. Der Grund: Wir hätten Ihnen keine Erkenntnisse über Corona liefern können, die Sie nicht auch woanders bekommen hätten. Deshalb haben wir unsere ursprüngliche (vorpandemische) Idee weiterverfolgt und uns auf Fragen sowie Anregungen der Ausbildung konzentriert.

In dieser Ausgabe sind wir weniger zurückhaltend im Umgang mit Corona. Zum einen, weil wir fest daran glauben, dass das Virus mit der steigenden Zahl der Impfungen seinen ganz großen Schrecken verlieren wird. Zum anderen hat uns das Virus auf wichtige Themen aufmerksam gemacht, wie z. B. pflegende Angehörige mit Isolationserfahrungen oder Kommunikation mit Menschen, die unter schweren Ängsten leiden.

Diese Pandemie hat nichts Gutes. Jede andere Behauptung ist aus meiner Sicht zynisch. Trotzdem muss ich zugeben, dass sich durch die Erfahrungen der Pandemie auch neue Perspektiven ergeben haben. Wer hätte zum Beispiel je gedacht, dass sich so viele Menschen auf einen Impftermin freuen?

Ein bisschen Freude macht Ihnen hoffentlich nun auch diese Ausgabe Ihrer PraxisAnleitung.

Herzlichst, Ihr

Sebastian Albrecht
Redaktion „Die Praxisanleitung“